IKTT bedeutet Institute for Khmer Traditional Textiles

IKTT wurde 1996 von Kikuo Morimoto gegründet und hat seinen Sitz in Siem Reap.

Das Webedorf mit dem Namen
Project Wisdom from the Forest“ , kurz PWF ruft er 2002 ins Leben. Es befindet sich 30 km nördlich von Siem Reap.




Kikuo Morimoto, ursprünglich aus Japan stammend, widmete 35 Jahre seines Lebens und Schaffens der Seide, dem Ikat weben und dem kambodschanischem Volk. Ein aussergewöhnlicher Mann.

Weiters möchte ich mit den werten Lesern meine Freude und Leidenschaft teilen, zu den Menschen in Kambodscha, zur Kultur des Landes und natürlich zur Seide.

Bis zu den Recherchen zu meiner Reise nach Kambodscha im Sommer 2013 wusste ich
von Kambodschanischer Seide, ihrer außergewöhnlichen Schönheit und Eleganz wenig.
Ich hatte mich in den Jahren davor zwar für Seide interessiert, Webereien in Thailand und Laos besucht, und auch von dem Abbindeverfahren Ikat gehört und gelesen, aber der Besuch bei Kikuo Morimoto und dem Webedorf „Project Wisdom from the Forest“ übertrifft meine Erwartungen bei weitem.

2005 hatte ich eine ARTE-Dokumentation über ihn und seine Arbeit gestehen und dachte, diese Weberei muss ich unbedingt besuchen, wenn ich in dieser Gegend bin.

Fahrer Sambo, mit dem ich in den Tagen davor schon ausgedehnt die Khmer-Tempel Angkors nahe der Provinzhauptstadt Siem Reap besucht hatte, bringt mich zum Dorf. Damals noch durch das Areal der berühmten Tempelanlagen, vorbei am Bayon (einer der beeindruckendsten Tempelanlagen dort) und weiter auf einer unbefestigten Straße, in der für diese Gegend typischen rotbraunen Farbe, erreichen wir nach weiteren 15 Kilometern das Webedorf „Project Wisdom from the Forest“.

Mr. Morimotos Assistentin Miyuki erwartet uns schon.
An diesem Nachmittag beginnt auch ein japanisches Kamerateam für NHK Japan eine Dokumentation über Kikuo Morimoto zu drehen, und so haben wir unser erstes Gespräch vor laufender Kamera. Etwas unerwartet für mich.
Diese 40-minütige Dokumentation wurde im Dezember 2013 in Japan ausgestrahlt.

Heute, nach mehreren Reisen nach Kambodscha und weiteren Besuchen im Webedorf, sind meine Gefühle aus meiner ersten Begegnung mit diesem Dorf und seinen Menschen immer noch die, hier an einem besonderen Ort zu sein.

Besuch im August 2015


Wir sitzen auf der Veranda mit Kikuo Morimoto. Während draußen der nachmittägliche
Regen vorüberzieht, sprechen wir über das Ikat-Webedorf „Project Wisdom from the Forest“ und Kikuo Morimoto zeigt uns Stücke gewebter Ikat-Seidensarongs aus seiner umfangreichen Sammlung, die er seit den frühen Achtzigern in Thailand und Kambodscha auf seinen Recherchereisen erworben hat.
Die Sammlung umfasst an die 200 Stücke und ist von außerordentlicher Schönheit.
Historische Ikat-Stücke. Zum Teil an manchen Stellen repariert, anderswo fadenscheinig.

Morimoto zeigt uns die Bilder und Skizzen aus den Anfängen des Webedorfes: 2002, als er 5 Hektar Land erwarb, mit dem Vorhaben, ein Ikat-Webedorf aufzubauen, das neben dem Weben selbst auch die Pflanzen anbauen soll, welche es braucht, um die natürlichen Färbefarben zu gewinnen.

Wir sehen Fotoalben aus der Zeit nach 2002 und auch die erste Skizze, die er auf einem Flug von Japan kommend in sein Buch gezeichnet hat, auf der das Dorf, der See und die Anbau- und Forstflächen zu sehen sind, auf denen heute, 15 Jahre später, meterhohe Bäume stehen, aus Setzlingen gezogen.

Er zeigt uns seine große Sammlung an teilweise antiken Webewerkzeugen und Einzelteilen wie Webeschiffchen, Umlenkrollen, die es zum Weben damals wie heute braucht.
Ebenso sehen wir ein sehr feines Seidengarn, von dem Kikuo Morimoto sagt, es ist so fein, wie er es nie zuvor gesehen hat und wie es heute leider nicht mehr hergestellt werden kann, weil das Wissen um seine xx verloren ging (mit dem Ableben der Weberin).

Ein Vogel fliegt auf die Veranda. Setzt sich auf das Geländer, neigt den Kopf hin und her und wartet wie jeden Tag auf ein Stück Banane. Früher in der Voliere gehalten, kommt er jeden Tag geflogen, „spricht“ ein wenig und freut sich über Leckerbissen aus Morimotos Hand.